Troisdorfer Stadt- und Firmengeschichte ein Zuhause geben

Regionale 2010 ermöglicht umfangreiche Umbaumaßnahmen auf Burg Wissem
 
„Wir streben nach Modernisierung und nach Globalisierung, aber leider wird dabei allzu oft vergessen, was alles auf der Strecke bleibt“, erklärt Maria Linsmann-Dege, Museumsleiterin von Burg Wissem, die Beweggründe, das „Museum für Industriegeschichte und Stadtentwicklung“ ins Leben zu rufen. Erst das Strukturprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen „Regionale 2010“ habe die Museumsgründung und damit die Wahrung der Troisdorfer Geschichte ermöglicht.

Das Programm der „Regionale 2010“ sieht vor, mit Fördergeldern des Landes die Qualitäten und Eigenheiten Troisdorfs herauszuarbeiten und gleichzeitig Impulse für die zukünftige Entwicklung zu setzen. „Aus diesem Grund lassen wir große Namen wie Dynamit Nobel, Mannstaedt und Reifenhäuser Revue passieren, widmen uns aber gleichzeitig auch einem Ausblick in die Zukunft à la ‚Von Troisdorf in die Welt‘“, erläutert Linsmann-Dege das Ausstellungskonzept, das auf einer lebendigen Darstellung fußt. Neben Maschinen, Fotos und Urkunden werden daher auch kuriose Exponate aus dem alltäglichen Leben zur Schau gestellt, wie beispielsweise die Fahne eines Arbeitergesangsvereins oder eine Kinder-Gasmaske aus dem Zweiten Weltkrieg.

Troisdorf als Paradebeispiel

Ein beeindruckender Fundus von hunderten von Exponaten wird im künftigen Museum auf Burg Wissem ein Zuhause finden, wobei die Ausstellung, in die auch das bestehende Kunststoffmuseum vom HT Troplast-Gelände integriert werden soll, noch wachsen kann. „Wir freuen uns jederzeit über Sachspenden, die Troisdorfs facettenreiche Historie präsentieren. Besonderes Augenmerk möchten wir auf die enge Verflechtung der Firmen- mit der Stadtgeschichte richten, so wie sie sich unter anderem an den Arbeiterkolonien von Mannstaedt aufzeigen lässt“, betont Linsmann-Dege. Schließlich sei das ehemals von Monokultur geprägte Troisdorf ein Paradebeispiel dafür, wie eine Stadt aus dem Strukturwandel gestärkt hervorgehen kann. Bis die bewegte Vergangenheit jedoch im künftigen Museum nachvollzogen werden kann, wird es Juni 2011 werden. Die kommenden beiden Jahre stehen in und rund um Burg Wissem ganz im Zeichen von groß angelegten Bauarbeiten, da das unter Denkmalschutz gestellte Gebäudeensemble im Rahmen der „Regionale 2010“ für rund sechs Millionen Euro behutsam erweitert und umgebaut wird. Die Stadt Troisdorf ist mit rund drei Millionen Euro an den Maßnahmen beteiligt und trägt dazu bei, die historische Vielfalt Troisdorfs ins rechte Licht zu rücken und den Bürgerinnen und Bürgern an einem zentralen Ort verfügbar zu machen.

Synergieeffekte zahlen sich aus

Auf das Bündelungs-Prinzip zielt auch die Architektur mit ihrer Campus-ähnlichen Ausrichtung. „Burg Wissem als stadtteilübergreifender Identifikationspunkt ist dabei der ideale Ort, um die Wurzeln Troisdorfs zu präsentieren“, ist Linsmann-Dege überzeugt und fügt pragmatisch hinzu, dass die gute Infrastruktur sowie die bereits vorhandenen Besucherströme von knapp 30.000 Personen pro Jahr sicherlich auch ein Grund dafür waren, das „Museum für Industriegeschichte und Stadtentwicklung“ in der historischen Anlage anzusiedeln.

 
Für die großzügig konzipierte Ausstellung sowie den außerschulischen Lernort des Regionale-Projektes „KennenLernenUmwelt“ ist eine zusätzliche Etage im Verwaltungsgebäude vorgesehen. Das Portal neben der Brücke wird im Rahmen des regionalen Erschließungskonzeptes zum „Tor zur Wahner Heide“, das ins Naturschutzgebiet führt und darüber hinaus Besucher für den Erhalt der Umwelt sensibilisiert. „Noch interessanter wird Burg Wissem als Ausflugsziel für Familien durch ein großzügiges Café im Burginnenhof sowie eine täglich besetzte Touristen-Information am Portal zum Nationalen Naturerbe Königsforst und Wahner Heide“, freut sich Linsmann-Dege.


(Mit freundlicher Genehmigung der Stadtwerke Troisdorf GmbH, aus "inTro, Ausgabe Mai 2009")

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