Der Nobel-Preis

Nacherzählt nach der Schrift „Alfred Nobel“, herausgegeben vom Autor Tore Frängsmyr und dem Schwedischen Institut, Stockholm, 2008

1876 hatte Alfred Nobel Bertha Kinsky (spätere von Suttner) als Sekretärin angestellt –nach einer Woche verließ sie diese Stelle und heiratete im gleichen Jahr Arthur von Suttner.

Im gleichen Jahr machte Nobel die Bekanntschaft eines jungen Mädchens, Sofie Hess, das er mit nach Paris nahm und in einer eigenen Wohnung unterbrachte. Er wollte, daß sie sich bilden und Französisch lernen sollte. Aber Sofie schätzte eher einen aufwendigen Lebensstil und exclusive Kleidung, und allmählich ging Alfreds Verliebtheit in väterliche Fürsorge über. Er kaufte ihr eine Villa in den österreichischen Alpen und ermunterte sie zur Eheschließung mit einem Rittmeister.

Trotz seiner Enttäuschung über Sofie ließ er ihr eine reichlich bemessene Leibrente auszahlen.

Mit Bertha von Suttner stand er Zeit seines Lebens in Briefkontakt, besuchte gelegentlich ihre Friedensseminare und unterstützte sie in ihrer Friedensarbeit finanziell.

Der Gedanke, sein Vermögen zu verschenken kam nicht aus heiterem Himmel. Die Friedensarbeit lag ihm sehr am Herzen. An der Literatur hatte er intellektuelles Vergnügen, und die Naturwissenschaften bildeten die Grundlage seiner eigenen Tätigkeit als Forscher und technischer Erfinder.

Sein Testament hatte Nobel am 27. November 1895 im Schwedisch-Norwegischen Club in Paris verfaßt. Am 10. Dezember 1896 verstarb er in seinem Haus in San Remo.

Nobel hatte verfügt, daß die Zinsen für sein gesamtes Vermögen „in der Form von Preisen an jene, die im verflossenen Jahr den größten Nutzen geleistet haben“ und zwar auf den Gebieten Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und Friedensarbeit vergeben werden sollen.

1886 betrug das Vermögen der Nobel-Stiftung 31 Millionen schwedische Kronen. 2006 war es auf 3,6 Milliarden schwedische Kronen angewachsen. Die Preissumme eines jeden einzelnen Preises beläuft sich auf 10 Millionen schwedische Kronen.

Erste Nobel-Preise wurden 1901 vergeben. Den Friedens-Nobel-Preis 1901 erhielt Henry Dunant, der Gründer des Internationalen Roten Kreuzes. Bertha von Suttner erhielt den Friedens-Nobel-Preis 1905.

Die Nobel-Preise haben Anerkennung als die höchsten zivilen Auszeichnungen gefunden. Die Bekanntgabe der Preisträger wird jedes Jahr im Herbst mit Spannung erwartet. Die feierlichen Preisverleihungen finden in Stockholm und Oslo am 10. Dezember in Gegenwart von Mitgliedern der Königshäuser und internationaler Würdenträgern statt.

Alfred Nobel handschriftliches Testament vom 27. November 1895

Die Medaillen

König Carl XVI. Gustaf überreicht im Konserthuset in Stockholm die Nobelurkunden und Nobelmedaillen von 2003

Kronprinzessin Victoria applaudiert den Preisträgern von 2003

 

Bearbeitet: Dr. Volker Hofmann, Troisdorf, 6. August 2014

 

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